Reviersport
2011.04.02
 
"Ich halte es für falschen Stolz"
 
Lange mischte der ESC Rellinghausen vom "Krausen Bäumchen" im Essener Süden überraschenderweise ganz oben mit in der Landesliga Niederrhein 1.



Zuletzt gab es gegen Teams aus dem unteren Tabellendrittel Niederlagen, mit denen man im ersten Moment nicht rechnen konnte. Auf den zweiten Blick hingegen gibt es für die Pleiten auch Erklärungen. Der Sportliche Leiter Wolfgang Priester redet im Interview über Verletzungspech, Trainer Rolf Gramatke und das Saisonziel.

Wolfgang Priester, was ist mit dem ESC Rellinghausen los?

Was sich bei uns derzeit abspielt, habe ich in der Form noch nie erlebt. Ich war jahrelang Trainer und war nie in einer derartigen Situation, die unser Trainer Rolf Gramatke gerade durchmachen muss. Er hat zuletzt auf sieben Stammspieler verzichten müssen. Das muss man sich einfach mal vorstellen. Klar hat jeder Verein mit Ausfällen zu kämpfen, aber so viele auf einmal? Das ist nicht normal.

Also schieben Sie alles auf das Pech?

Nein, auch unsere Spieler haben einige Fehler gemacht. Es geht schon damit los, dass wir vier Platzverweise in dieser Saison bekommen haben. Das darf einfach nicht sein. Es ist noch nicht mal so, dass man sich über die Entscheidungen der Schiedsrichter aufregen konnte. Alle Hinausstellungen waren korrekt. Hinzu kommt, dass einige Spieler mit ihren Verletzungen nicht direkt zum Arzt gegangen sind. Das ist unprofessionelles Verhalten und kann ich nicht nachvollziehen.

Trotz allem hört man von Gramatke keinen jammernden Ton.

Das ehrt ihn auch, aber ich halte es für falschen Stolz, das nicht auch mal anzusprechen. Die Leute wundern sich, was bei uns los ist. Dabei ist es doch normal, wenn die Jungs durch die ganzen Ausfälle irgendwann auf dem Zahnfleisch gehen. Dann verliert man auch solche Spiele wie zuletzt.

Wie denken Sie über Ihren Coach?

Rolf macht eine glänzende Arbeit. Ich kenne ihn ja jetzt schon so lange und bin auch schon viele Jahre mit ihm befreundet, auch wenn einige Leute was anderes behaupten. Wir haben uns schon immer gemocht und unsere Arbeit geschätzt.

Die Saison scheint nun gelaufen zu sein. Was fängt man damit noch an?

Ich möchte von unserem Team sehen, dass es in den letzten Partien noch einmal alles gibt und so viele Punkte wie möglich holt. Ich sehe es keineswegs so, dass die Spielzeit schon zu Ende ist.

Christian Krumm




 
Christian Krumm
 
 
 

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